SIEGBERT RAMPE

Siegbert Rampe wurde 1964 in Pforzheim (Baden-Württemberg) geboren und lebt in Köln. Er studierte Cembalo, Klavier, Fortepiano, Orgel und Komposition u. a. bei Kenneth Gilbert, Ton Koopman, Ludger Lohmann und Helmut Lachenmann in Stuttgart, Amsterdam und Salzburg.

Sein Debüt gab er 1983 beim Frescobaldi-Festival in Ferrara. Seither trat er als Solist und Kammermusiker mit Cembalo, Fortepiano und Orgel sowie seit 1995 auch als Dirigent in fast allen Ländern Europas, in Russland, in der Ukraine, in Japan und in den USA sowie bei den Musikfestivals in Baden-Baden, Bologna, Bonn, Brugge, Brünn, Herne, München, Paris, Prag, Rom, Schleswig-Holstein, Stuttgart, Salzburg, Tokyo, Utrecht, Versailles, Wien u. a. auf.

Rampes Repertoire auf historischen Tasteninstrumenten reicht vom Mittelalter bis zu César Franck und Johannes Brahms. Seine Diskographie umfasst über 50 CDs, die seit 1987 exklusiv für EMI und Virgin, seit 2000 für die Musikproduktion Dabringhaus & Grimm (MDG) entstanden und wiederholt mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Darunter befinden sich zahlreiche Clavier- und Orgelwerke sowie Clavierkonzerte von Bach, Beethoven, Mozart und Musik des 17. Jahrhunderts. Sie wurden großenteils auf Originalinstrumenten des 16.–19. Jahrhunderts aufgenommen bilden und zugleich die Schwerpunkte von Rampes Repertoire (—> Diskografie).
Peter Cossé bezeichnete Rampes Plattendebüt mit Mozarts Claviersonaten als »sensationell« und von »höchstem technischen und künstlerischen Niveau«. »Rampe ist ein Interpret, der zu intensivem Hören zwingt« (Heinz-Josef Herbort, Die Zeit 1990); er stützt seine Interpretationen auf eine umfassende Beschäftigung mit Kompositionstechnik, Aufführungspraxis und Umfeld eines Komponisten, wobei ihm die stete Suche nach dem Verständnis von Autor und Werk neue Einsichten und Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet. Im Urteil des Preises der deutschen Schallplattenkritik heißt es: »Siegbert Rampe hat sich als ein Musiker von bemerkenswert entschiedener und eigenständiger Gestaltungskraft profiliert. Das Ergebnis ist ein Musizieren von buchstäblich konkurrenzloser Linearität, Präsenz und Intensität« (Ingo Harden, 1996).

Seine Einsichten vermittelte Rampe auch in Form mehrerer Bücher (Bach, Mozart —> Publikationen – Bücher), zahlreicher Artikel (—> Publikationen – Artikel) und einer neuen Generation von Gesamtausgaben alter Musik (—> Publikationen – Editionen), die sowohl praktischen als auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen und weltweit Anerkennung gefunden haben (Bach, Ebner, Froberger, Krieger, Lübeck, Muffat, Rameau, Sweelinck, Weckmann). Die meisten dieser Publikationen erschienen im Bärenreiter-Verlag.

1988 gründete Rampe das Ensemble Nova Stravaganza auf historischen Instrumenten, das er in Orchesterformation bis heute leitet und inzwischen um ein Claviertrio erweiterte (—> Nova Stravaganza). 1998–2002 war er außerdem künstlerischer Leiter des Bach-Festivals im Köthener Schloss.

Darüber hinaus ist Rampe seit 1997 Professor für Alte Musik und historische Tasteninstrumente zunächst an der Folkwang-Hochschule Essen (1997–2004), an der Universität Mozarteum Salzburg (2000–2003) und seit 2005 an der Arizona State University Tempe/Phoenix (USA).

zum Seitenanfang