NOVA STRAVAGANZA
Siegbert Rampe

Orchester · Quintett · Claviertrio
auf historischen Instrumenten

Als Antonio Vivaldi 1716 sein Opus 4 unter dem Namen »La Stravaganza« (»Das Außergewöhnliche«) veröffentlichte, hatte er Besonderes im Sinn: Zum ersten Mal erschienen mit dieser Sammlung Violinkonzerte in moderner Konzertform – ein Modell, das bis heute Bestand hat.


Das Besondere des Ensembles Nova Stravaganza ist nicht nur sein Repertoire. Es reicht über zwei Jahrhunderte vom Frühbarock bis zur Romantik und schließt neben traditionellen Programmpunkten auch Komponisten ein, deren Werke von Nova Stravaganza erstmals im Konzert und auf CD vorgestellt wurden. Dazu gehört die Orchestermusik von Anton Adam Bachschmid (1728–1797), Christoph Graupner (1683–1760), Gottfried Heinrich Stölzel (1690–1749) und Johann Melchior Molter (1696–1765). Aber auch unbekannte Werke prominenter Komponisten hat erst Nova Stravaganza dem Publikum wieder zugänglich gemacht – darunter die Concerti op. 2 von Albinoni, die ursprünglichen Fassungen von Bachs Ouvertüren sowie die Triosonaten op. 5 von Händel. Alle CDs entstanden seit 1990 exklusiv für EMI und Virgin, seit 2000 für die Musikproduktion Dabringhaus & Grimm (MDG).


Außergewöhnlich ist vielmehr, dass Nova Stravaganza seit seiner Gründung 1988 zeigt, dass historische Klangvorstellungen und Aufführungspraktiken – übertragen auf die Möglichkeiten und Anforderungen unserer Zeit – selbst wohl bekannten Kompositionen neue Dimensionen und Ausdrucksmöglichkeiten verleihen. Ob es Mozarts Clavierinstrumente, der tiefe französische Kammerton von Bachs Köthener Orchesterwerken, der Generalbass bei Vivaldi und Händel, der französische Bogengriff der Streicher in der Tanzmusik oder andere Orchestertechniken des 18. Jahrhunderts waren: Stets erweckten die Musiker von Nova Stravaganza vergessene Traditionen zu neuem Leben – Traditionen, die inzwischen längst wieder Standard sind. Der diapason d’or, die Vierteljahresliste der Deutschen Schallplattenkritik und weitere Auszeichnungen bestätigen den Erfolg dieses Interpretationskonzepts. »Sollte es tatsächlich einen Fortschritt in Bezug auf das Spiel historischer Instrumente geben? Ein Vergleich der Brandenburgischen Konzerte von Nova Stravaganza und Siegbert Rampe mit ihren brillantesten Vorgängern vermag uns davon zu überzeugen« (Diapason, Paris).


Das Experimentieren und Erforschen historischer Klangwelten ebenso wie deren Umsetzung in die Gegenwart sind Markenzeichen jedes einzelnen Musikers dieses Orchesters. Als Solisten, Hochschullehrer sowie Mitwirkende führender Ensembles auf historischen und modernen Instrumenten (Chamber Orchestra of Europe, Freiburger Barockorchester, Orchestra of the Age of Enlightenment u. a.) treffen sich die Mitglieder zur Zusammenarbeit bei Nova Stravaganza im Rahmen regelmäßiger Projektphasen mit anschließenden Konzerten in den Musikzentren Euro-pas und bei zahlreichen Festivals (Barcelona, Brügge, Eszterháza, Kopenhagen, Mecklenburg-Vorpommern, Paris, Schaffhausen, Schleswig-Holstein, Versailles). »Diese Musiker verfügen über eine ungeheure Menge Spaß am Spielen und ihre musikalischen Resultate sind ebenso außergewöhnlich und geschmackvoll wie virtuos« (Gramophone, London).

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